Wertsteigernde Sanierungen: Unser Architekt Raffael Rumpf im Interview

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Immobilien
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30/3/2025

Sanierungen sind ein bewährtes Mittel, um den Wert einer Immobilie langfristig zu erhalten oder im besten Falle zu steigern – doch welche Massnahmen lohnen sich und welcher Umfang ist sinnvoll? In diesem Interview erfahren Sie, welche Sanierungen den grössten Einfluss haben, welche finanziellen und rechtlichen Aspekte zu beachten sind und wie Sie Fördermöglichkeiten optimal nutzen.

Welche Sanierungsmassnahmen haben in der Schweiz den grössten Einfluss auf die Wertsteigerung einer Immobilie?

Die energetische Sanierung ist sicherlich ein wichtiger Faktor. Dadurch ist ein Ersatz der Wärmeerzeugung sowie das Erneuern der Gebäudehülle eine gute Möglichkeit den Wert der Immobilie zu steigern - sowohl im quantitativen wie im qualitativen Sinn. Gebäudeerweiterungen oder Umnutzungen von baulichen Reserven, wie zum Beispiel eines Dachausbaus zu zusätzlichem Wohnraum, generieren eine grosse Wertsteigerung. Küchen-, Bad- oder auch Bödensanierungen können ebenfalls wertsteigernde Faktoren sein.

Allfällige optische Sanierungen wie beispielsweise frisch gestrichene Wände haben ebenfalls Einfluss da sie die Ästhetik und den ersten Gesamteindruck der Immobilie verbessern und beispielsweise einen höheren Marktwert bei einem Verkauf ermöglichen. Sie sind aber nicht zwingend wertsteigernd.

Wie wirken sich energieeffiziente Modernisierungen auf den Immobilienwert aus?

Wichtig ist, zwischen alten und modernen Liegenschaften zu unterscheiden. Ein Altbau – beispielsweise ein Haus aus den 1960er Jahren im ursprünglichen Bauzustand – bietet ein deutlich grösseres Potenzial für energetische Sanierungen als ein Neubau, der dem aktuellen Baustandard entspricht. Diese Unterschiede wirken sich unmittelbar auf den Immobilienwert aus.

Einerseits, weil in den 60er Jahren das Bewusstsein für Energieeffizienz nicht so ausgeprägt war wie heute, andererseits, weil die Bausubstanz altersbedingt oft sanierungsbedürftig ist. So können neue Fenster oder eine zusätzliche Wärmedämmung den Wert steigern, während eine Solar- oder Photovoltaikanlage modernen Komfortansprüchen gerecht wird und zugleich den Marktwert erhöht. Zudem tragen Sanierungsmassnahmen dazu bei, den Lebenszyklus der Immobilie zu verlängern.

Welche rechtlichen und finanziellen Aspekte sollten Immobilienbesitzer in der Schweiz bei einer wertsteigernden Sanierung beachten?

Eigentümer sollten sich über kantonale Bauvorschriften und Bewilligungspflichten informieren, da nicht jede Sanierungsmassnahme ohne Genehmigung durchgeführt werden kann. Hinzu kommen je nach Standort und Liegenschaft auch Vorgaben, z.B. von der Denkmalpflege. Weiter können Vorgaben von Behörden auftauchen, die bei einer allfälligen Sanierung berücksichtigt werden müssen. Ich empfehle, sich frühzeitig mit erfahrenen Fachleuten auszutauschen, um eine fundierte Beratung zu erhalten und den geplanten Sanierungsumfang zu definieren.

Darüber hinaus erfordert eine durchdachte Finanzierungsplanung die Klärung zentraler Fragen – etwa hinsichtlich persönlicher Wünsche, finanzieller Möglichkeiten und langfristiger Zielsetzungen. Oft bieten Banken für Sanierungen Hypothekarkredite oder Zusatzdarlehen zu attraktiven Konditionen an. Es lohnt sich auch steuerliche Abzüge zu prüfen, da Sanierungskosten allenfalls von der Steuer abgesetzt werden können. Grundsätzlich ist zu beachten, dass nicht alle Sanierungen wertsteigernd sind. So ist beispielsweise ein Eins-zu-Eins-Ersatz einer Küche nicht wertsteigernd, sondern gegebenenfalls werterhaltend.

Gibt es Förderprogramme für Sanierungsmassnahmen, die den Wert einer Immobilie erhöhen?

Ja, die Schweiz bietet zahlreiche Förderprogramme für energetische Sanierungen, insbesondere durch das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen. Eigentümer können Zuschüsse für energetische Sanierungen erhalten: etwa bei Dämmmassnahmen, Heizungsmodernisierungen oder Photovoltaikanlagen. Dies ist allerdings individuell und von zahlreichen Faktoren abhängig.

Auch hier ist es sinnvoll sich frühzeitig mit der Thematik auseinanderzusetzen und den passenden Umfang für das Objekt zu definieren.

Welche Fehler sollte man vermeiden, wenn man eine Immobilie durch Sanierungen aufwerten möchte?

Das Wichtigste bei einer geplanten Sanierung ist, die Immobilie im gesamten Kontext zu betrachten. Vom Keller bis zum Dach über den Innenausbau, die Fassade, die technischen Installationen wie etwa Elektro und Heizung, die Umgebung, die Gesamtlebensdauer, die Bedürfnisse der Nutzer und vieles mehr. Dies kann beispielsweise durch ein Sanierungskonzept oder eine fundierte Bestandesanalyse durch Fachpersonen eruiert werden. Dadurch hat der Eigentümer ein klares Bild vom aktuellen Bauzustand. Damit kann der Sanierungsumfang definiert und ein Kostenrahmen festgelegt werden. Dies dient dem Eigentümer als Werkzeug und Entscheidungsgrundlage, welche Sanierungen wann und in welchem baulichen sowie finanziellen Umfang sinnvoll sind.

Mit einer gesamtheitlichen Betrachtung entsteht auch nicht die Gefahr, dass beispielsweise nur eine Nasszelle erneuert wird und die vorhandenen Abwasserleitungen in einem desolaten Zustand bleiben. So werden die baulichen Überraschungen erkannt und unliebsame Nachbesserungen vermieden.

Falls Sie Ihre Immobilie wertsteigernd sanieren möchten, aber den Aufwand und die Komplexität eines solchen Vorhabens scheuen, melden Sie sich bei uns. Raffael Rumpf beantwortet Ihre Fragen gerne und freut sich, Ihr nächstes Bauvorhaben mit Ihnen zu planen: raffael.rumpf@lifestyle-company.ch, 031 351 30 31.


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